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Eine kleine Anekdote
und einige Erinnerungen

Von einem Lufthansakollegen

Aus meiner Zeit als 707 Steward. Anfang der 70er Jahre (1971/72) flogen wir mit der Boeing 707 (Crewcompletement: Purser + 5 KollegInnen in der Kabine + 3 Cockpitkollegen) u. a. das sogenannte „Bananaboat“, einen 14tägigen Umlauf von Frankfurt über New York, Kingston/Jamaica, Guayaquil/Ekuador nach Lima und dann nach Santiago de Chile.

Bei Ankunft unserer Maschine in Santiago wurden wir jedes Mal wieder von einem dicken braunen Hund erwartet, der bereits auf dem Vorfeld saß, und sobald die Treppe am Ende des Flugzeuges angelegt war, erbettelte er sich ein „Würstchen“. Wir waren ja gewohnheitsmäßig darauf eingestellt und hielten immer ein Dosenwürstchen bereit. Wenn’s hinten nichts mehr gab, ging er zur vorderen Flugzeugtür und versuchte dort (mit Erfolg) sein Glück.


Nachdem alle Gäste das Flugzeug verlassen hatten, durfte die Crew aussteigen und....jetzt erwartet man die Beschreibung der Fahrt zu einem Luxushotel, wie wir das ja sonst in unserer Ruhezeit gewohnt waren....nur hier in Santiago war es zu dieser Zeit ein bisschen anders.

Wir campierten direkt am Airport in einem Flugzeughangar, in dem grüne, offensichtlich vom Militär geborgte Feldbetten aufgestellt waren. Der „Schlafsaal“ der Damen war durch eine ca. zwei Meter hohe Wand von dem der Herren getrennt. An dieser Wand hingen beidseitig mehrere Wasserhähne, nur kalt Wasser versteht sich, darunter viehtrogähnliche Becken, an denen wir uns am nächsten Morgen wieder flugfrisch machen konnten!
Those were the days!

Apropos Übernachtungen:
Zur damaligen Zeit übernachteten wir z.B. in Stuttgart im christlichen Hospiz bei den Nonnen. Wenn wir spät, mit dem letzten Flieger dort ankamen und die Schwester nach einem „Feierabendbierchen“ fragten, sagte sie: „Pst, wir haben kein Bier, bitte gehen Sie leise aufs Zimmer, meine Mitschwestern müssen um vier Uhr aufstehen zum Gebet!“ Im Gegensatz dazu übernachteten wir in Hamburg zeitweise auf dem Kiez, mitten in St. Georg, in einer Art „Matrosenwohnheim“.

Amman/Jordanien: Hier verbrachten wir die Nacht im SOS-Kinderdorf! In Düsseldorf wohnten wir in einem kleinen Hotel, deren Besitzerin dieses Hauses vom „Liebeslohn“ gekauft hatte und dementsprechend auch das überdimensionale Schwimmbad und den Saunabereich im Keller oftmals rein privat nutzen wollte, d.h. wir als Crew mussten immer mal wieder ohne Vorwarnung blitzschnell das Bad verlassen, da die Dame andere „Gäste“ zum Bade geladen hatte
ein Stewardzimmer im Haus Meerbusch – auch in Düsseldorf – war im Dachgeschoß mit schrägen Wänden, war gerade mal so lang wie das Bett und so breit, das ein Bundeswehrspind dazu passte! Beim Duschen musste man sich in die Schräge quetschen, und im Nu war das ganze Zimmer unter Wasser.

In Esslingen übernachteten wir im Cafe Ernst. Die kleinen Zimmer hatten in der Mitte eine „Säule“, das war das Abwasserrohr. In Esslingen erlebte ich folgendes: Ich fragte einen Taxifahrer, wo denn hier was los sei. Darauf er: „Da müssen Sie ins Cafe Ernst, da gibt’s Stewardessen...!
Und wenn man ein „indisches“ Zimmer hatte, war das ein Zimmer am Ende des Ganges...!

Erzählt und aufgeschrieben von Paul Sauerwein,
ehemaliger Purser bei Lufthansa FRA NG
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